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KoNat

Koordinierungsstelle der kooperierenden Naturschutzverbände - Naturschutzdaten

Informationen zum BfN-Qualtitässicherungsprojekt (August 2012 - Juli 2014)

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) fördern im Rahmen des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ ein zweijähriges Projekt der POLLICHIA, das den folgenden Titel trägt:

Qualitätssicherung (QS) in web-basierten Citizen-Science-Systemen zur ehrenamtlichen Erfassung von heimischen Tier- und Pflanzenvorkommen

Mit „Citizen Science“ wird im angelsächsischen Sprachraum eine Art „Bürgerwissenschaft“ bezeichnet, bei der nicht nur Experten Wissenschaft betreiben, sondern auch interessierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger.

Naturinteressierte Laien können seit einigen Jahren ihre Tier- und Pflanzenfunde in internetbasierten „Citizen-Science“-Systemen, wie z.B. dem „ArtenFinder“, dokumentieren und veröffentlichen. Die sich damit eröffnende Chance, mit relativ geringem zusätzlichen Aufwand umfangreiche, ehrenamtlich gewonnene Daten zur Biodiversität auch für naturschutzbehördliche, planerische und wissenschaftliche Zwecke zu verwenden, wird bislang kaum bzw. zu wenig genutzt. Dies soll sich zukünftig ändern.

Ziel des vom BfN mit Mitteln des BMUB und der SNU geförderten Projektes ist es, die Datenerhebung und das Monitoring der biologischen Vielfalt im Bundesgebiet durch eine bessere Zusammenarbeit zwischen Experten und engagierten Bürgern und durch den Einsatz moderner Technik zu verbessern.

Im Rahmen des Projektes sollen verschiedene fachliche und technische Verfahren der Qualitätsverbesserung und der Qualitätssicherung ehrenamtlich gewonnener Naturbeobachtungen eingeführt und erprobt werden. Darüber hinaus soll aufgezeigt werden, in welchem Umfang derartige Daten auch für planerische und behördliche Belange bereitgestellt werden können.

Passend zu der Möglichkeit, mittels moderner Technik via Internet Tier- und Pflanzendaten in gemeinsame zentrale Datenbanken zu übertragen, sollen unter dem Stichwort E-Learning webbasierte Lernangebote entstehen, die es den Nutzern von Meldeportalen ermöglichen, sich speziell auf diesem Gebiet der Artenerfassung weiter zu qualifizieren.

Verschiedene Auswertungsverfahren von Meldedaten sollen im Projekt entwickelt und erprobt werden, z.B. computergestützte Plausibilitätsprüfungen anhand von Vorkommensgebieten, Flugzeiten, Suche und Auswertung von nächstgelegenen Fundorten etc.

Die im Projekt in den kommenden zwei Jahren ebenfalls umgesetzten Schnittstellen (Standards) zum Austausch ehrenamtlich erfasster Biodiversitätsdaten sowie die implementierten Softwaremodule zur Qualitätssicherung und Analyse der Daten werden nach dem Ende des Projekts frei zugänglich und nutzbar sein! (Stichwort: open source)

Mit der Einführung des ArtenFinders vor zwei Jahren durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten in Rheinland-Pfalz in Kooperation mit den Naturschutzverbänden BUND, NABU und POLLICHIA, hat Rheinland-Pfalz in Bezug auf „Citizen-Science in Naturforschung und Naturschutz“ einen zukunftsweisenden Schritt getan. Laien und Experten haben seither schon mehr als 100.000 Daten zu aktuellen Tier- und Pflanzenvorkommen in Rheinland-Pfalz zusammengetragen. Diese können unter www.artenfinder.rlp.de von jedem eingesehen werden, der über einen Internetzugang verfügt. Ein Großteil der Daten wurde außerdem bereits auch schon in die amtliche Landesdatenbank (LANIS) übernommen und trägt damit zu einer deutlich verbesserten Datengrundlage für den behördlichen Naturschutz bei.

Das neue Qualitätssicherungs-Projekt kann auf der erfolgreichen Einführung des Artenfinders in Rheinland-Pfalz aufbauen. Die Partner im ArtenFinder-Projekt versprechen sich durch das vom BfN und der SNU geförderte Projekt weitere Fortschritte für den ArtenFinder, die beispielhaft für andere Bundesländer sein können.

Das vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) geförderte Projekt „Qualitätssicherung in web-basierten Citizen-Science-Systemen zur ehrenamtlichen Erfassung von heimischen Tier- und Pflanzenvorkommen (Biodiversität)“ hat ein Gesamtvolumen von rund 530.000 Euro. Der Bund übernimmt rund 75 % der Kosten, 15 % die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, und die POLLICHIA bringt 10 % Eigenanteil ein. Projektleiter und damit verantwortlich für die erfolgreiche Umsetzung des Vorhabens ist Dr. Oliver Röller, Geschäftsführer der POLLICHIA und Leiter der Koordinierungsstelle für ehrenamtliche Naturschutzdaten in Rheinland-Pfalz (KoNat).

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im BfN-QS-Projekt:

Dr. Oliver Röller
Biologe, Projektleiter
Geschäftsstelle der POLLICHIA

Annalena Schotthöfer
Umweltwissenschaftlerin, E-Learning, Kampagnen
Geschäftsstelle der POLLICHIA

Maja Hoffmann-Ogrizek
Pädagogisch-didaktische Fachkraft, Datenerfassung, E-Learning
Geschäftsstelle der POLLICHIA

Clemens Jacobs
Geograph, Plausibilisierung, Auswertung
Universität Heidelberg, GIScience